Der Berliner Weihnachtscircus am Olympiastadion reiht sich in den Augen einiger Organisationen in ein oft klischeehaftes Bild ein. Mein Besuch dort und die Gespräche mit der Direktorin zeigten mir aber ein ganz anderes Bild… ein besseres.
Die Highlights für die aktuelle Show: Ein magisches Zirkuserlebnis! Man erlebt die faszinierende Welt des Berliner Weihnachtscircus. Taucht ein in eine nostalgische Atmosphäre, in der atemberaubende Akrobatik, edle Tiere und herzerwärmender Spaß warten, Lachen, Staunen und Erinnerungen schaffen.
Sie haben für jeden Besucher was zu bieten. Sowohl für Oma und Opa als auch für die ganz Kleinen. Vieles altbewährtes wie z.B. das Flugtrapez ist dabei, wurde auch oft nach gefragt. Auch zwei Motorradspringer aus Berlin, ein Heimspiel sozusagen. Einer der beiden wurde bekannt durch Britain got Talent, eine bekannte Talentshow. Es ist das erste Mal seit dreißig Jahren, dass Motorradspringer dabei sind. Dazu ein sympathischer Clown, der alle zum Lachen bringt.
In jeder Branche gibt es Teilnehmer im Geschäft, die nicht nur mundartlich, sondern auch von der Direktorin als „Schwarze Schafe“ bezeichnet werden. Diese Schwarzen Schafe stellen bildlich Betriebe in den Branchen dar, die sich nicht an Regeln und Gesetze halten und dadurch die ganze Branche in Misskredit bringen.
Mitglieder von Tierschutzorganisationen sind gelegentlich an Aktionen beteiligt, die verdeckt stattfinden und teilweise tatsächlich erhebliche Missstände aufdecken. Das sieht man dann in Aufnahmen mit versteckten Kameras, die entsprechende Bilder zeigen. Denken wir dabei mal nur an die Bedingungen, unter denen Tiere gehalten werden.
Als ich in den Circus kam, erlebte ich zunächst einmal etwas, das die Verwendung von versteckten Kameras überflüssig macht: Die Öffentlichkeit konnte sich die Tiere in ihren Stallungen ansehen. Es darf dabei nicht übersehen werden, dass sich so die Öffentlichkeit über die Haltungsbedingungen informieren kann, sondern dass der dabei gezahlte Eintritt für den Erwerb von Tiernahrung, den Tierarzt und das für die Tierhaltung notwendige Material verwendet wird.
Die Bilder, die bei meinem Besuch in diesem Bereich entstanden, sprechen im Hinblick auf den individuellen Raum, den die Tiere haben und die Sauberkeit für sich. Entscheiden Sie selbst: Wirken die Tiere auf den Bildern abgemagert oder ausgehungert? Meiner Ansicht nach wirken sie gut genährt. Das Bild eines klassischen, aus früheren Zeiten bekannten Circus hat hier keinen Bestand. Abgesehen von einigen Pferden und Lamas werden keine weiteren Tiere gehalten. Auf die vermutlich sehr aufwändige Haltung, Versorgung und den Transport von großen, schweren und teils gefährlichen Tieren (Elefanten, Löwen, Tiger) wird komplett verzichtet.
Die veterinärmedizinischen Kontrollen sind nicht nur streng, sie finden mehrmals im Monat statt. Da die Kontrollen unangekündigt stattfinden, manchmal im Abstand von nur einer Woche. Und unterschätzen Sie diese Kontrollen bitte nicht – es handelt sich um amtliche Kontrollen. Kraft Gesetzes (Tierschutzgesetz und andere) sind die Amtsveterinäre dazu berechtigt, Zutritt zu verlangen und im Bedarfsfall polizeibegleitet durchzusetzen. Ob auch schon Polizeibeamte unter den Gästen waren, wissen wir nicht.
Bei Betrachtung meiner Aufnahmen fällt mir auf, dass die Pferde scheinbar keine Angst vor Menschen zu haben scheinen. Sie wirken sehr interessiert und aufgeschlossen. Misshandelte oder gequälte Tiere würden sich ganz anders verhalten.
Ich finde, man sollte die einzelnen Betriebe der Zirkusbranche nicht über einen Kamm scheren, auch wenn der Eintritt zu den Vorstellungen in den Augen einiger recht hoch erscheint.
Im Zirkus arbeiten natürlich auch Menschen. Sie tun dies auf der Manege, sie tun es daneben und sie agieren auch hinter den Kulissen. Alle Materialien, Geräte und Anlagen, die dabei zur Verwendung kommen, unterfallen strengen Prüfpflichten. Die Zirkusbetreiber sind also nicht nur dem Tierwohl verpflichtet, sondern auch dem Wohlergehen der Beschäftigten. Ein kleiner Auszug aus dem, was alles sicherheitstechnisch zu prüfen ist:
Die Fahrzeuge: Von den Motorrädern in der Manege bis zu den LKW für den Materialtransport.
Das Zeltmaterial: Die Seile und die tragenden Elemente… nicht auszudenken, wenn davon etwas versagt. Eine undichte Zeltplane muss aber auch nicht sein.
Die Anschlagmittel und Seile für die Akrobaten: Da hängen Menschenleben dran!
Die elektrische Anlage: Sie unterscheidet sich in die ortsfeste Anlage und die ortsveränderlichen Geräte.