Gedenken an Karl und Rosa

Am Sonntag erinnerten ungefähr 8.500 Menschen mit einer Demonstration an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die 1919 von Faschisten umgebracht wurden. Sie liefen zum Denkmal auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Am Ziel gab es einen Redebeitrag von einem Lautsprecherwagen aus.
Obwohl am Gedenkort gebaut wurde, durften die Leute trotzdem dort hin und auch rote Nelken niederlegen. Thema auf dem Weg waren unter anderem die Kriege in der Welt und der Überfall auf Venezuela.

Die Kommunisten Liebknecht und Luxemburg waren 1919 erschossen worden. Ein Revolutionsausschuss, dem auch Karl Liebknecht angehörte, hatte zum Sturz der Regierung von Friedrich Ebert aufgerufen. Es kam zu Massendemonstrationen und bewaffneten Kämpfen in Berlin. Diese Erhebung, die später als „Spartakusaufstand“ bezeichnet wurde, wurde von der Regierung unter Ebert mithilfe von Militär und Freikorps niedergeschlagen.

Luxemburg und Liebknecht tauchten unter, wurden jedoch entdeckt, verschleppt und verhört. Rechtsextreme Freikorps-Soldaten erschossen Liebknecht im Tiergarten.
Luxemburg wurde ebenfalls nach dem Verhör in einem Auto erschossen. Ihre Leiche wurde in den Berliner Landwehrkanal geworfen und erst Ende Mai 1919 gefunden.

Anders als in den Vorjahren habe es keine Ausschreitungen gegeben, sagte ein Polizeisprecher dem rbb am Sonntagnachmittag. Es gab jedoch acht Festnahmen wegen verbotener Parolen, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. Vereinzelt sei Pyrotechnik abgebrannt, aber niemand verletzt worden. Die Polizei setzte rund 500 Einsatzkräfte ein.